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LSC Ringvorlesung | Katrin Mayerhofer (Passau) Globale Bühne, nationale Interessen: Die politischen Dimensionen von Sportgroßereignissen

Wann? Mittwoch, den 3. Juni - 14:15-15:45

Wo? H5 - UR Campus

Dieser Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Sport, Politik, Konflikt“, organisiert vom Leibniz-WissenschaftsCampus „Europa und Amerika“. Jeder Termin steht allen Mitgliedern der UR und des IOS sowie auch der allgemeinen Öffentlichkeit offen. Studierende der UR können sich für die Veranstaltung anmelden und Leistungspunkte erwerben.

Hörsaal H5 befindet sich im unteren Teil des Zentralen Hörsaalgebäude (Nähe Audimax). UR Campus-Plan 


Abstract | Sportgroßereignisse wie die Olympischen Spiele und die Fußball-Weltmeisterschaften sind längst mehr als sportliche Wettbewerbe. Aufgrund ihrer globalen Popularität, kommerziellen Bedeutung und medialen Reichweite üben sie eine besondere Faszination aus - und dienen zunehmend als Bühne für politische Inszenierungen. Es überrascht daher nicht, dass Staaten diese Veranstaltungen gezielt nutzen, um ihre Macht zu demonstrieren und politische Ziele zu verfolgen. Dabei ist das Spannungsfeld zwischen Sportswashing - der strategischen Imagepflege meist autoritärer Regime - und Sportdiplomatie - dem Einsatz von Sport zur Förderung von Dialog, Kooperation und internationalem Verständnis - zentral. Anhand historischer und aktueller Beispiele (u.a. Olympia 1936, Olympia 2018, WM 2022) klärt der Vortrag, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist. Er zeigt auf, wie Staaten Sportgroßereignisse und weiche Macht gezielt nutzen, um ihr internationales Ansehen zu verbessern, politische Narrative zu steuern und geopolitische Positionen zu festigen. Zugleich wird diskutiert, welche Handlungsspielräume internationale Sportorganisationen, Medien und die Zivilgesellschaft haben, um diese Dynamiken kritisch zu begleiten oder gar zu beeinflussen. Abschließend stellt der Vortrag die Frage, ob Sportgroßveranstaltungen tatsächlich Plattformen für echte Verständigung und friedlichen Austausch sein können - oder ob sie zunehmend zu Instrumenten geopolitischer Machtdemonstrationen und strategischer Inszenierung werden.

Katrin Mayerhofer ist Doktorandin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Regierungslehre der Universität Passau. Ihre Dissertation untersucht die Politisierung von Sportgroßereignissen, im Fokus stehen dabei die Olympischen Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften. Sie erforscht, wie politische Agenden und öffentliche Diskurse durch diese globalen Spektakel geprägt werden und sich in ihnen widerspiegeln. Zuvor studierte sie Staats- und Politikwissenschaften an der Universität Passau, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim. Ihre akademischen Interessen liegen an der Schnittstelle von Politik, Gesellschaft und Sport mit einem Schwerpunkt auf vergleichenden und internationalen Perspektiven.

 

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